Mord an britischem Soldaten in London kommt vor Gericht

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Mord an britischem Soldaten in London kommt vor Gericht

Der brutale Mord auf offener Straße an dem britischen Soldaten Lee Rigby kommt am Montag vor Gericht. Angeklagt für die Bluttat, die in Großbritannien eine Serie rechtsradikaler Proteste und islamfeindlicher Angriffe zur Folge hatte, sind die beiden muslimischen Konvertiten Michael Adebolajo und Michael Adebowale. Die beiden 28 und 22 Jahre alten Briten nigerianischer Abstammung sollen am 22. Mai den jungen Soldaten Rigby vor seiner Kaserne im Südosten Londons angefahren und dann brutal mit einem Messer getötet haben.

Der Mord vor der Kaserne von Woolwich, der von Passanten gefilmt worden war, hatte die britische Öffentlichkeit schockiert. Augenzeugen zufolge wurde das Opfer dabei nahezu enthauptet. In einem der Handyvideos war Adebolajo mit einem blutigen Messer in der Hand zu sehen. Er rechtfertigte dabei die Tat als Vergeltung für die Tötung von Muslimen durch britische Soldaten.

Der 25-jährige Rigby hatte als Soldat auch in Afghanistan gedient, allerdings wurde der Vater eines kleinen Kindes wohl nur zufällig Opfer des Angriffs. An seiner Beerdigung in Bury im Nordwesten Englands nahmen tausende Menschen, unter ihnen Premierminister David Cameron, teil.

Für den Prozess vor dem Gericht Old Bailey sind drei Wochen angesetzt. Adebolajo, der mit dem Namen Mujaahid Abu Hamza angeredet werden will, wird auch ein Mordversuch an zwei Polizisten am Tatort und der illegale Besitz eines Revolvers vorgeworfen. Adebowale, der in Gerichtsdokumenten auch als Ismail Ibn Abdullah geführt wird, wird ebenfalls der Besitz von Feuerwaffen vorgeworfen. Eine Gruppe, die sich nach eigenen Angaben gegen die „Islamisierung Großbritanniens“ einsetzt, plant am Montag eine Protestkundgebung vor dem Gericht.

Die beiden Angeklagten stammen laut Medienberichten aus christlichen Familien, konvertierten als Jugendliche aber zum Islam und wurden anschließend radikalisiert. Der islamistische Prediger Anjem Choudary sagte nach der Tat, Adebolajo sei regelmäßig zu Treffen seiner inzwischen verbotenen Gruppierung Al-Muhajiroun gekommen, später habe er jedoch jeden Kontakt verloren. Berichten zufolge fiel Adebolajo in einer Moschee vor der Tat mit extremistischen Reden auf und verteilte in Woolwich Flugblätter.

Nach dem Mord an Rigby hatten rechtsextreme Gruppen wie die British National Party und die English Defence League Demonstrationen organisiert, bei denen es wiederholt Konfrontationen mit anti-faschistischen Gegendemonstranten gab. Muslimische Gruppen registrierten nach der Tat einen starken Anstieg verbaler und tätlicher Angriffe auf Muslime und islamische Einrichtungen. Die Familie von Adebolajo ihrerseits klagte, er sei im Gefängnis misshandelt worden. Wegen des Vorfalls wurden fünf Wächter suspendiert.

Source: „AFP“

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