Physik-Nobelpreis für Briten Higgs und Belgier Englert

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Physik-Nobelpreis für Briten Higgs und Belgier Englert

Fast ein halbes Jahrhundert nach der Entwicklung ihrer Theorie werden der Brite Peter Higgs und der Belgier François Englert für die Entdeckung des „Gottesteilchens“ mit dem diesjährigen Physik-Nobelpreis ausgezeichnet. Ihre unabhängig voneinander ausgearbeitete Theorie sei „zentraler Teil des Standardmodels der Teilchenphysik“, erklärte die Königliche Schwedische Akademie der Wissenschaften am Dienstag in Stockholm. Die Existenz des „Gottesteilchens“ war vergangenes Jahr experimentell belegt worden.

Der 84-jährige Higgs und der 80-jährige Englert würden geehrt für „die theoretische Entdeckung eines Mechanismus, der zu unserem Verständnis des Ursprungs der Masse von subatomaren Partikeln beiträgt“, hieß es in der Begründung. Es geht darum, wie Teilchen – moreover die Grundbausteine der Materie – ihre Masse erhalten.

Dies wird mit einem unsichtbaren Feld erklärt, das den Weltraum umfasst und durch das die umherfliegenden Elementarteilchen gebremst werden. Die Elementarteilchen gewinnen dadurch an Masse, durch die Schwingungen in dem Feld werden wiederum sogenannte Higgs-Bosone, auch „Gottesteilchen“ genannt, erzeugt. Die Nobelpreis-Jury erklärte zu dem sogenannten Higgs-Feld: „Ohne es würden wir nicht existieren.“

Englert, mittlerweile emeritierter Professor der Freien Universität Brüssel, hatte mit seinem 2011 verstorbenen Kollegen Robert Brout als Erster die Theorie dieses Masse verleihenden Feldes aufgestellt. Higgs ergänzte sie Mitte der 60er Jahre durch die Überlegung, dass es folglich auch die später nach ihm benannten Bosone geben müsse.

Die Theorie war vergangenes Jahr durch das europäische Forschungszentrum CERN mit hoher Wahrscheinlichkeit belegt worden. Dazu diente ein riesiger Teilchenbeschleuniger. In dem in der Nähe von Genf errichteten 27 Kilometer langen Ringtunnel ließen die CERN-Wissenschaftler Protonen mit nahezu Lichtgeschwindigkeit aufeinanderprallen.

Der deutsche CERN-Leiter Rolf Heuer reagierte entsprechend stolz auf den Nobelpreis für Higgs und Englert: „Die Entdeckung des Higgs-Boson im CERN vergangenes Jahr, die den Brout-Englert-Higgs-Mechanismus bestätigt, ist der Höhepunkt von Jahrzehnten geistiger Anstrengungen vieler Menschen in aller Welt“, erklärte er.

Higgs zeigte sich „überwältigt“. Laut einer Mitteilung der Universität von Edinburgh, an der er als Professor gearbeitet hatte, gratulierte er auch „all denjenigen, die dazu beigetragen haben, dieses neue Teilchen zu entdecken“. Er hoffe, dass dieser Nobelpreis das Bewusstsein für die Bedeutung von Grundlagenforschung fördere, fügte Higgs hinzu.

Englert sagte bei einer Pressekonferenz in Brüssel, er sei natürlich froh über die Auszeichnung, aber zugleich bedaure er, „dass mein Kollege und lebenslanger Freund Robert Brout nicht hier ist, um diesen Preis für eine Arbeit, die wir gemeinsam gemacht haben, zu teilen“.

Belgiens Regierungschef Elio Di Rupo lobte Englert als „Intellektuellen ohne Gleichen, der bescheiden wie alle Großen ist“. Der belgische König Philippe twitterte „außergewöhnliches Talent, große Ehre für unser Land“.

Der Nobel-Preis ist dieses Jahr mit acht Millionen schwedischen Kronen (925.000 Euro) dotiert, das Preisgeld geht in gleichen Teilen an die beiden Preisträger. Die Auszeichnungen werden am 10. Dezember überreicht. Vergangenes Jahr hatten der US-Quantenphysiker David Wineland und sein französischer Kollege Serge Haroche den Physik-Nobelpreis erhalten.

Source: „AFP“

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