5,5 Millionen Kinder durch Konflikt in Syrien betroffen

Ausland 0
5,5 Millionen Kinder durch Konflikt in Syrien betroffen

Drei Jahre nach Beginn des Aufstands in Syrien ist die Zahl der durch den Konflikt betroffenen Kinder nach Angaben von UNICEF auf 5,5 Millionen gestiegen. Damit habe sich die Zahl seit vergangenem Jahr verdoppelt, schrieb das UN-Kinderhilfswerk in einem Bericht. Auch mehrere weitere Hilfsorganisationen nutzten den anstehenden Jahrestag, um auf das Leid der Kinder und Flüchtlinge aufmerksam zu machen.

"Abgeschnitten von Hilfe, zu einem Leben in Schutt und dem Kampf um die Suche nach Nahrung gezwungen, sind viele syrische Kinder ohne jeden Schutz, medizinische Versorgung oder psychologische Unterstützung und haben wenig oder keinen Zugang zu Bildung", hieß es in dem UNICEF-Bericht, der wenige Tage vor dem dritten Jahrestag des Beginns der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad am 15. März 2011 veröffentlicht wurde.

"In den schlimmsten Fällen wurden Kinder und schwangere Frauen gezielt von Scharfschützen verletzt oder getötet", schrieb UNICEF. Dem Bericht zufolge lebt eine Million Kinder in belagerten Gebieten, in die kaum humanitäre Hilfe gelangt. Weitere zwei Millionen Kinder brauchen psychologische Unterstützung oder Behandlung. Die Zukunft einer ganzen Generation sei gefährdet, warnt der Bericht. Es drohe eine weitere Verschlechterung.

Die Hilfsorganisation Oxfam veröffentlichte eine Umfrage unter syrischen Flüchtlingen in Jordanien, in der rund zwei Drittel die Befürchtung äußerten, nicht mehr in ihre Heimat zurückkehren zu können. Die große Mehrheit wünsche sich eine Rückkehr, doch nur ein Drittel glaube an diese Möglichkeit. "Niemand kann in unser Dorf zurück, es ist zu gefährlich dort", sagte etwa der Familienvater Abu Mustafa, der heute in einem jordanischen Lager lebt, der Organisation Oxfam.

Die Hilfsorganisation World Vision veröffentlichte ihrerseits einen Bericht mit dem Titel "Unsere ungewisse Zukunft", in dem Kinder über ihren Alltag und ihre Ängste berichten. Viele beklagen die Armut, in der sie leben, den Mangel an Kleidung und Medikamenten und ihre bedrängten Wohnverhältnisse. Vielfach würden ihre Väter keine Arbeit an ihren neuen Wohnorten im Libanon und in Jordanien finden oder würden dabei nicht ausreichend bezahlt.

Der Malteser Hilfsdienst kündigte an, drei neue Gesundheitsstationen in Flüchtlingslager nördlich von Aleppo zu bringen, mit denen 50.000 Flüchtlinge versorgt werden könnten. Die Organisation verwies darauf, dass swift alle Kliniken zerstört oder völlig überlastet seien. Mit ihrem Partner, dem Internationalen Blauen Halbmond, sollten zudem 50.000 Hilfspakete in den Flüchtlingslagern und an 1500 Vertriebene in der Region von Damaskus verteilt werden.

Alle vier Hilfsorganisationen ebenso wie die Organisation Care riefen die Staatengemeinschaft dazu auf, die Hilfen für die Flüchtlinge und sonstigen hilfsbedürftigen Menschen in Syrien auszuweiten. Zudem forderten sie, sich verstärkt für eine politische Lösung des Konflikts einzusetzen. Care forderte, verstärkt in langfristige Hilfe zu investieren, während UNICEF die Bedeutung von Bildung und psychologischer Hilfe hervorhob.

Im syrischen Bürgerkrieg wurden Schätzungen zufolge bislang mehr als 140.000 Menschen getötet. Mindestens 2,5 Millionen Syrer flohen ins Ausland, weitere 9,3 Millionen Menschen sind in Syrien auf Hilfen angewiesen.

uvs/hcy/hei

Source: „AFP“

About the author / 

News724.com

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.