Alles Peanuts – Was die Erdnuss zum idealen Snack macht

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Alles Peanuts - Was die Erdnuss zum idealen Snack macht

Für uns Europäer sind sie ein Genussmittel. Jeder Bundesbürger verbraucht durchschnittlich ein Kilogramm Erdnüsse pro Jahr. In anderen Teilen der Erde wie Afrika, China und Indien ist die Erdnuss ein Grundnahrungsmittel, auch, weil sie so gesund ist.

Die Erdnuss stammt ursprünglich aus Südamerika und gedeiht am besten im warmen, tropischen Klima. Heute liefert sie Millionen von Menschen wertvolles Eiweiß und Pflanzenfett zu einem erschwinglichen Preis. Allein in den USA existieren etwa 55.000 Erdnussfarmen. Dort herrschen ideale Bedingungen für den Anbau. Die Erdnuss hat in Georgia sogar ein eigenes Festival, denn dank ihr gibt es die von den Amerikanern so heiß geliebte Erdnussbutter.

p class=“MsoNormal“>Alles Peanuts -Die Erdnuss ist gesund

Erdnüsse enthalten viele wichtige Nährstoffe in konzentrierter Form. Wissenschaftliche Studien belegen, dass sie den Cholesteringehalt im Blut senken können. Außerdem kann man mit ihnen Herz-Kreislauferkrankungen vorbeugen. Erdnusskerne bestehen zu einem Viertel aus hochwertigem Eiweiß, das alle essentiellen Aminosäuren enthält. Sie sind reich an Mineralstoffen und den Vitaminen B und E.

Um den Menschen deutlich zu machen, wie wichtig eine ausgewogene Ernährung ist, feiert man in Georgia zum Erntebeginn jedes Jahr das ‚Peanut Festival’. Selbst berühmte Personen wie der ehemalige US Präsident Carter waren im Jahr 2005 dort zu Gast. Er kommt selbst aus einer Erdnussfarmerfamilie und weiß, wie wichtig die Erdnuss für die Region ist.

Der Anbau

Die Böden in Georgia sind sandig und mineralstoffreich. Sie eignen sich hervorragend für den Anbau von Erdnüssen. Im April und Mai, nachdem der letzte Nachtfrost vorbei ist, werden die Erdnusskerne gepflanzt. Bereits zwei Wochen später sind die ersten Triebe zu sehen. Aus ihnen entwickeln sich 30 bis 60 Zentimeter hohe Büsche mit leuchtend gelben Blüten. Nach der Befruchtung senken sich die Fruchtknoten in den Boden und bilden Schoten. In den Schoten wachsen zwei bis drei Kerne heran.

Mit der Erbse verwandt

Nach fünf Monaten ist es endlich soweit. Im September und Oktober werden die Pflanzen mit Hilfe von Maschinen aus dem Boden geholt. Anschließend müssen die Erdnüsse getrocknet werden, da sie nach der Ernte noch 25 bis 30 Prozent Feuchtigkeit enthalten. Deshalb lässt man sie noch 2-3 Tage auf den Feldern liegen. Obwohl die Nüsse in der Erde wachsen, bedeutet das englische Wort „Peanut“ eigentlich nicht Erdnuss, sondern Erbsennuss. Die Erdnuss ist nämlich eine Hülsenfrucht und demzufolge mit der Erbse verwandt.

Die Weiterverarbeitung

Nach der Trocknungszeit werden die Erdnusspflanzen eingesammelt und die Nüsse mit Hilfe von Maschinen von den Pflanzen getrennt. In Containern, in denen heiße Luft zirkuliert, werden sie nochmals getrocknet, bis der Feuchtigkeitsgehalt bei maximal acht bis zehn Prozent liegt. Anschließend werden die Nüsse an die Firmen verkauft, die sie weiterverarbeiten.

Genormte Nüsse

Bevor die Nuss endlich geknackt wird, muss sie gründlich gereinigt werden. Auf Rüttelbändern werden zu kleine Nüsse, Steine und Erde aussortiert. Auch die Krautreste müssen entfernt werden. Danach kommen die Erdnüsse auf ein Förderband. Hier werden sie so stark aneinander gerieben, dass die Schalen aufbrechen. Die Kerne fallen heraus und werden nach Größe sortiert. Abschließend prüft ein Scanner jede einzelne Nuss auf Verunreinigungen wie Stein- und Metallstückchen.

Krebserregender Schimmelpilz

Bis zur Weiterverarbeitung müssen die Erdnusskerne bei 4 Grad Celsius und geringer Luftfeuchtigkeit gelagert werden. Der Grund ist Aflatoxin, ein stark krebserregendes Stoffwechselprodukt eines Schimmelpilzes. Es wurde 1961 im Erdnussmehl entdeckt. Die Ausbreitung lässt sich nur durch eine sorgfältige Lagerung verhindern. Von jeder Ernte werden Proben auf Aflatoxin getestet, bevor die Erdnüsse weiterverarbeitet und exportiert werden dürfen.

Tests zwingend notwendig

Um eine Infektion mit Aflatoxin auszuschließen, müssen die Proben in einem Lebensmittellabor untersucht werden. Die Kerne werden gemahlen. Die daraus entstandene Masse wird in mehreren Durchläufen verdünnt, um eventuell vorhandenes Aflatoxin herausfiltern zu können. Da das Schimmelpilzgift krebserregend ist, sind aus Verbraucherschutzgründen strenge Höchstgrenzwerte festgelegt worden. Heutzutage sind Aflatoxine bei Erdnüssen recht selten.

Röstung und Geschmack

Das Lebensmittellabor der Universität von North Carolina beschäftigt sich bereits seit langer Zeit mit Erdnüssen. Die Nüsse werden in rohem und geröstetem Zustand, mit und ohne Häutchen auf ihren Geschmack getestet. Dies ist wichtig, um die Auswirkungen der Aufzucht zu untersuchen. Werden die Erdnüsse bei verschiedenen Temperaturen getrocknet, verändert sich auch der Geschmack. Außerdem werden Neuzüchtungen untersucht, die besonders widerstandsfähig sind. Nur so können sich die Züchter sicher sein, dass der Geschmack nicht darunter leidet.

Die Erdnussbutter

Heißgeliebt bei den Amerikanern ist die Erdnussbutter. Sie hat einen ganz besonderen Stellenwert. Bei ihrer Herstellung kommen die rohen Erdnüsse in den Ofen. Die Verbrennungsluft wird in der ersten Zone von unten nach oben durch die Nüsse geblasen, in der zweiten und dritten Zone von oben nach unten. Nur so wird eine möglichst gleichmäßige Röstung erreicht. Bei der Herstellung werden keine Farbstoffe verwendet. Allein die Röstung bestimmt die Farbe.

In Maßen gesund

 

Nach etwa 22 Minuten kommen die Erdnüsse aus dem Ofen. Die Häutchen sind spröde geworden und trennen sich auf dem Schüttelband ganz von alleine. Anschließend kommt Salz, Zucker und Konservierungsmittel hinzu. Riesige Mixer zerkleinern die Kerne und vermischen die Zutaten. Einige Male umrühren, und fertig ist die weltberühmte Erdnussbutter. Aber Achtung: Auch wenn die Erdnuss sehr gesund ist, Erdnussbutter ist eine Kalorienbombe. Entscheidend ist die richtige Menge. Drei Esslöffel pro Tag sind ein guter Kompromiss. Ansonsten schlägt einem die Erdnussbutter – im wahrsten Sinne des Wortes – schnell auf den Magen.

Source: „Welt der Wunder“

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