Der D-Day und die einsame Reise eines Veteranen

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Der D-Day und die einsame Reise eines Veteranen

Bernard Jordan, der in der kommenden Woche 90 Jahre alt wird, ist Großbritanniens neuester Held. Der rüstige Veteran hat es seinen Landsleuten – oder zumindest den Medien – ermöglicht, noch etwas länger im patriotischen D-Day-Fieber zu schwelgen.

Weil sich der Weltkriegsveteran die Zeremonien an den Stränden der Normandie nicht entgehen lassen wollte, türmte er wie ein Schuljunge aus seinem Seniorenheim. Kurzzeitig suchte ihn sogar die Polizei. Aber bei seiner Rückkehr am Samstag wurde Jordan inmitten eines Fahnenmeers als «Jolly Good Fellow» gefeiert.

«Ich hatte eine tolle Zeit und bin richtig froh, dass ich die Reise gemacht habe», sagte der frühere Marineoffizier bei seiner Rückkehr ins Altersheim «The Pines» (Die Kiefern) in Hove bei Brighton.

Allerdings hätte er sich niemals träumen lassen, dass seine Geheimexpedition einen «solch großen Wirbel» auslösen würde. Seine Frau Irene, ebenfalls Heimbewohnerin, zeigte sich «besorgt aber keineswegs überrascht» über sein Unterfangen.

Das Heim hatte sich nach eigenen Angaben vergeblich bemüht, noch fristgerecht einen Platz für Jordan auf einem der offiziellen Veteranen-Busse zu buchen. Zu keinem Zeitpunkt sei es dem Senioren verboten worden, zu den Feiern zu reisen. «Wir respektieren die Individualität unserer Bewohner und bewundern Jordan für die Rolle, die er bei der Invasion am D-Day vor 70 Jahren gespielt hat», hieß es in einer Erklärung.

Da er keinen Platz in einem der Veteranen-Busse erhalten hatte, machte sich Jordan am Donnerstagmorgen nach dem Frühstück klammheimlich davon – angeblich zu seinem täglichen Spaziergang in die kleine Küstenstadt Hove, deren Bürgermeister er einmal war. Seine mit Kriegsmedaillen behängte Brust versteckte er unter dem Regenmantel.

Per Anhalter gelangte er ins nahe gelegene Brighton, von dort ging es mit dem Zug nach Portsmouth. Dort legt die Fähre nach Caen ab. Und rund acht Stunden später war Jordan am Strand von Ouistreham, dem Zentrum der internationalen Feierlichkeiten. Unweit von dort war er 1944 als Teilnehmer der «Operation Overlord» gelandet.

«Als ehemaliger Veteran bedeutete es die Welt für mich, dabei zu sein», erzählte Jordan der «Mail» über seinen Ausflug. Die Stimmung auf der Fähre sei wie auf einem Luxusschiff gewesen. Von «alten Kameraden bis zu jungen Tänzerinnen» habe er viele interessante Menschen getroffen.

Zu seinen neuen Freunden gehört auch die Fährgesellschaft, die dem «Ehren-Veteranen» jederzeit freie Überfahrt bis an sein Lebensende garantiert hat. «Er ist ein wunderbarer Typ. Wir können auf diese Weise etwas davon zurückgeben, was er für uns getan hat,» sagte ein Sprecher des Managements.

Daily Telegraph

Daily Mail

Source: „dpa“

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