USA unterstützen Kurden in Kobane mit Waffen

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USA unterstützen Kurden in Kobane mit Waffen

Bei der Verteidigung der von der Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) belagerten syrischen Stadt Kobane erhalten die Kurdenkämpfer neue Unterstützung: Die US-Armee versorgte die kurdischen Einheiten erstmals aus der Luft mit Waffen, wie das US-Militärkommando Centcom mitteilte. Die Türkei kündigte überraschend an, kurdische Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak künftig über die eigene Landesgrenze nach Kobane einreisen zu lassen.

Neben Waffen und Munition versorgte das US-Militär die Kurden rund um die umkämpfte Stadt an der syrisch-türkischen Grenze nach eigenen Angaben auch mit medizinischem Material. Ein Sprecher der kurdischen Volksverteidigungseinheiten (YPG), Redur Xelil, bezeichnete die Lieferung der von den kurdischen Behörden im Irak bereitgestellten Waffen als große Hilfe. Er danke den USA für die Unterstützung und hoffe auf weitere Lieferungen.

Profitieren dürften die Kurdenkämpfer auch vom Kurswechsel der türkischen Regierung, die nun doch ihre Grenze für Peschmerga-Kämpfer aus dem Irak öffnet, damit diese zur Unterstützung der YPG nach Kobane gelangen können. Ankara unterstütze die Peschmerga-Truppen beim Grenzübertritt, da die Türkei kein Interesse daran habe, dass Kobane in die Hand von Dschihadisten falle, sagte Außenminister Mevlüt Cavusoglu.

Die Einreise türkischer Kämpfer der verbotenen Arbeiterpartei Kurdistans (PKK) nach Syrien soll offenbar weiter untersagt bleiben. Während sich die türkische Regierung in einem jahrzehntelangen Konflikt mit der PKK befindet, baute sie in den vergangenen Jahren engere Verbindungen zu den Kurden im Nordirak auf.

Die Türkei geriet zuletzt zunehmend unter Druck, sich stärker an den internationalen Bemühungen zur Bekämpfung des IS zu beteiligen. Waffenlieferungen auf dem Landweg lehnte Präsident Recep Tayyip Erdogan aber weiterhin ab. Die syrische Kurdenpartei PYD, deren bewaffneter Arm in Kobane gegen den IS kämpft, sei ebenso eine "Terrorgruppe" wie die PKK, sagte Erdogan.

US-Außenminister John Kerry sagte bei einem Besuch in der indonesischen Hauptstadt Jakarta, es wäre "unverantwortlich" und "moralisch sehr schwierig", den Kurden in dieser kritischen Lage nicht zur Hilfe kommen. Er verstehe aber auch die Bedenken Ankaras wegen des Konflikts mit der PKK.

Kobane ist seit Wochen schwer umkämpft. Eine US-geführte Militärallianz bombardiert dort seit längerem mutmaßliche IS-Stellungen. Die US-Luftwaffe griff am Sonntag und Montag erneut sechs Ziele nahe der Kurdenstadt an, die auf Arabisch Ain al-Arab heißt. Kobane wurde mittlerweile zu einem Symbol im Kampf gegen den IS. Aus Sicht der etwa drei Millionen Kurden im Norden Syriens ist Kobane der zentrale Ort der von ihnen dominierten Gebiete im Norden des Landes. Der IS seinerseits würde sich durch die Einnahme der Stadt ein großes Gebiet entlang der türkischen Grenze sichern.

Den kurdischen Truppen gelang es in der Nacht, einen Vorstoß der Dschihadisten auf das Stadtzentrum abzuwehren. Acht IS-Kämpfer wurden dabei nach Angaben der Syrischen Beobachtungsstelle für Menschenrechte getötet.

Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier (SPD) sagte beim EU-Außenministertreffen in Luxemburg, noch könne von einer "Wende des Kriegsgeschehens" in Kobane keine Rede sein. "Aber es scheint sich in den letzten Tagen so darzustellen, dass die Abwehrfähigkeit der Kurden in Kobane erhöht worden ist."

Die EU-Außenminister beschlossen unterdessen eine Verschärfung der Sanktionen gegen die syrische Führung um Präsident Baschar al-Assad. EU-Diplomaten zufolge sind 16 weitere Mitglieder der syrischen Führung und ihres Umfelds von Vermögenssperren und EU-Einreiseverboten betroffen. Zudem seien zwei Organisationen beziehungsweise Unternehmen mit Strafmaßnahmen belegt worden.

Source: „AFP“

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