Lucke bestreitet Plan zur Spaltung der AfD

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Lucke bestreitet Plan zur Spaltung der AfD

AfD-Chef Bernd Lucke will eine Spaltung der zerstrittenen Partei doch noch abwenden. Bei der Vorstellung seiner Pläne für die AfD machte Lucke in Straßburg allerdings klar, dass er zu dem von ihm angestrebten wirtschaftsliberalen Kurs keine Alternative sieht. Dass er seine Anhänger in einem neu gegründeten Verein sammeln will, sei lediglich "der Versuch, die AfD zu retten".

Er plane weder die Gründung einer neuen Partei noch betreibe er eine "Initiative zum Massenaustritt aus der AfD", beteuerte Lucke vor Journalisten. Die Partei sehe er "gefährdet durch Ausfransung an den Rändern", sie dürfe nicht weiter nach rechts abdriften.

Zur Stärkung seiner Position im internen Machtkampf bei der AfD hatte Lucke einen Verein namens "Weckruf 2015" gegründet und seine Anhänger am Montag zum Beitritt aufgefordert. Nach Informationen aus Parteikreisen sind binnen zwölf Stunden mehr als tausend AfD-Mitglieder dem Aufruf gefolgt.

Mit der Initiative will Lucke seine Position in der AfD vor dem Parteitag Mitte Juni festigen. Dann will die AfD eine neue Führung bestimmen. Lucke will alleiniger Vorsitzender werden, sieht sich allerdings starkem Widerstand des nationalkonservativen Flügels ausgesetzt, der mit den ostdeutschen AfD-Politikern Frauke Petry und Alexander Gauland einflussreiche Wortführer hat.

Gegner unterstellten Lucke, die Vereinsgründung als Druckmittel zu benutzen: Sie mutmaßen, Lucke könnte sich mit den Vereinsmitgliedern abspalten, sollte er auf dem Parteitag seinen Machtanspruch nicht durchsetzen können.

Petry hatte Lucke öffentlich aufgefordert, auf die Vereinsgründung zu verzichten. Der Ko-Parteivorsitzende Konrad Adam bezeichnete die Weckruf-Initiative als "wirklich kurios". Der "Bild"-Zeitung sagte er, der Name "erinnert an die Zeugen Jehovas oder an die Heilsarmee". Offenbar gebe es AfD-Mitglieder, "die eine Partei mit einem Missionsbetrieb verwechseln", um kompromisslos ihre eigenen Ansichten durchzusetzen.

Lucke bestritt Abspaltungspläne. "Wir wollen in der AfD bleiben und unsere Vorstellungen verteidigen", sagte er. Für "hetzerische Parolen" etwa in der Zuwanderungspolitik sehe er in der AfD keinen Platz.

Wie tief Luckes Verhältnis zu seinen Ko-Vorsitzenden Petry und Adam zerrüttet ist, illustriert eine Episode, die Lucke auf seiner Facebook-Seite schildert. Auf Anweisung von Petry und Adam habe die AfD-Bundesgeschäftsstelle am Montag seinen Zugang zum Email-Parteimanager gesperrt; damit hätten sie den Versand seiner Email zur Gründung des "Weckruf" an die Mitglieder verhindern wollen.

Unklar blieb, welche Rolle Lucke künftig für seine an der Basis beliebte Kritikerin Petry in der Partei sieht. "Sie wurde eingeladen, sich dem Weckruf anzuschließen", sagte er in Straßburg. Am Abend zuvor hatte Lucke auf Facebook berichtet, ein "letzter Einigungsversuch" mit Petry sei am Sonntag gescheitert, weil diese sich nur in Anwesenheit des AfD-Europaabgeordneten Marcus Pretzell mit ihm habe treffen wollen. Mit Pretzell ist Lucke jedoch zerstritten.

Zu seiner eigenen Zukunft in der AfD sagte Lucke: "Meine persönlichen Belange sind nicht wichtig. Ich stehe der Partei zur Verfügung, solange sie das verkörpert, wofür ich stehe."

Source: „AFP“

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