Katholische Kirche im Heiligen Land zeigt Rechtsextremisten an

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Katholische Kirche im Heiligen Land zeigt Rechtsextremisten an

Die katholische Kirche im Heiligen Land hat bei der israelischen Polizei Strafanzeige gegen den bekannten Rechtsextremisten Ben-Zion Gopstein erstattet, nachdem dieser die Verbrennung der christlichen Kirchenbauten in Israel vergangene Woche zur religiösen Pflicht erklärt hatte. Wie der Medienbeauftragte der lokalen Diözesen, Wadie Abu Nassar, am Sonntag erläuterte, handelt es sich bei der Strafanzeige um eine "mit Rückendeckung des Vatikan" erfolgte Reaktion auf die "jüngsten Äußerungen von Gopstein".

Der Führer der rechtsextremistischen jüdischen Gruppe Lehava hatte vergangene Woche bei einer Podiumsdiskussion erklärt, die jüdische Lehre verlange die Bekämpfung des Götzendienstes auf dem Boden des Heiligen Landes. Das schließe ein, Kirchen und Klöster in Brand zu setzen. Gopstein berief sich dabei insbesondere auf den mittelalterlichen Rechtsgelehrten Maimonides. Auf den Hinweis, dass die Veranstaltung gefilmt werde, sagte der bekennende Rassist, für die Wahrheit sei er bereit, fünfzig Jahre ins Gefängnis zu gehen.

Das Lateinische Patriarchat in Jerusalem erklärte dazu, Gopsteins Äußerungen "im Gefolge einer besorgniserregenden Serie von Vandalenakten" gegen heilige Stätten in Israel sei unerträglich. Sie wiegelten zum Hass auf und stellten eine echte Bedrohung für christlichen Kirchenbauten in der Region dar. Die katholische Gemeinschaft in der Region "verspürt Angst und fühlt sich in Gefahr", hieß es weiter.

In den vergangenen Jahren waren wiederholt Brandanschläge auf Klöster und Kirchen verübt worden. In diesem Jahr traf es ein Nebengebäude der Dormitio-Abtei auf dem Jerusalemer Zionsberg und Mitte Juni die Brotvermehrungskirche in Tabgha am See Genezareth, eine bedeutende Pilgerstätte. "Das sind keine isolierten Taten mehr. Das hat System und die Behörden müssen handeln", erklärte Abu Nassar gegenüber AFP. "Auch gegen mehrere Rabbiner, die zur Gewalt aufstacheln, muss vorgegangen werden", fügte er hinzu.

Vor zwei Wochen hatte die Polizei erste Fahndungserfolge gemeldet und drei Anklagen im Zusammenhang mit dem Brand in Tabgha erhoben. Drei andere junge Rechtsextremisten wurden in diesen Tagen in Verwaltungshaft genommen, weil sie der Verwicklung in anti-christliche und anti-arabische Gewaltakte verdächtigt werden.

Source: „AFP“

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