DGB fordert Abschaffung von Minijobs in bisheriger Form

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DGB fordert Abschaffung von Minijobs in bisheriger Form

Die Wirtschaft verschenkt einer Studie des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) zufolge das Potenzial von vielen geringfügig Beschäftigten. 2,22 Millionen Fachkräfte mit Berufsabschluss und knapp 280.000 Akademiker seien derzeit ausschließlich in Minijobs beschäftigt, heißt es in der in Berlin veröffentlichten Studie. Der DGB fordert, Minijobs in der bisherigen Form abzuschaffen und sie in sozialversicherungspflichtige und existenzsichernde Arbeitsplätze umzuwandeln.

Von mehr als fünf Millionen Menschen, die laut DGB im Dezember 2014 nur in Minijobs beschäftigt waren, waren über drei Millionen im klassischen Erwerbsalter zwischen 25 und 64 Jahren. Fast drei von vier in dieser Altersgruppe seien Frauen. Etwa die Hälfte der mehr als fünf Millionen Minijobber verfüge über einen beruflichen oder akademischen Abschluss, 13 Prozent hätten keine berufliche Ausbildung, bei weiteren 36 Prozent sei das Qualifikationsniveau nicht bekannt.

Auffällig seien die Bereiche Gesundheit, Soziales, Lehre und Erziehung, in denen häufig über Fachkräftemangel geklagt wird. "Hier weiß man von 219.000 beruflich qualifizierten Fachkräften und 45.000 Akademikern im Alter zwischen 25 und 64 Jahren, die ausschließlich in Minijobs arbeiten", heißt es in der Studie.

Trotz der "beachtlichen Potenziale" spielten die 450-Euro-Jobber in der Diskussion um fehlende Fachkräfte bislang "kaum eine Rolle", bemängelt der Gewerkschaftsverband – und das, obwohl viele der geringfügig Beschäftigten mehr arbeiten wollen würden. Der DGB fordert deshalb, Minijobs in der bisherigen Form abzuschaffen. Die Jobcenter sollten den 450-Euro-Jobbern den Weg zu einer normalen sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung öffnen.

Minijobs oder 450-Euro-Jobs wurden geschaffen, um unter anderem Langzeitarbeitslosen eine Brücke in ein reguläres sozialversichertes Beschäftigungsverhältnis zu bauen. Die Beschäftigten sind über ihren Job nicht in der gesetzlichen Kranken-, Pflege-, sowie Arbeitslosenversicherung und können sich von der Rentenversicherungspflicht befreien lassen. Der DGB kritisiert, dass die Minijobs statt einer Brückenfunktion einen "Super-Kleber-Effekt" hätten.

Source: „AFP“

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