Astronomen beobachten leuchtende Scheibe um Zombie-Stern

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Astronomen beobachten leuchtende Scheibe um Zombie-Stern

Ein internationales Astronomenteam hat erstmals die Ãœberreste der Mahlzeit eines Zombie-Sterns kartiert – und damit womöglich einen Blick auf das Schicksal unseres Sonnensystems in ferner Zukunft geworfen. Die Forscher beobachteten die Ãœberbleibsel einer verhängnisvollen Begegnung zwischen einem toten Stern und einem Asteroiden, wie die Europäische Südsternwarte (ESO) am Mittwoch Garching mitteilte. Die zersplitterten Reste des Asteroiden umkreisen einen sogenannten Weißen Zwerg – einen toten Stern großer Dichte, zu dem sich in etwa sieben Milliarden Jahren auch unsere Sonne entwickeln wird.

Für ihre Langzeitbeobachtungen des Weißen Zwergsterns mit der Bezeichnung SDSS J1228+1040 nutzten die Forscher Daten des Very Large Telescopes (VLT) der ESO in Chile und anderer Observatorien. Die Astronomen kamen zu dem Schluss, dass einst ein Asteroid dem toten Stern gefährlich nahe kam. Der Asteroid wurde demnach durch gewaltige Gezeitenkräfte auseinandergerissen und bildete die nun sichtbare Scheibe aus gasförmiger Materie und Trümmerteilen, die den Weißen Zwerg umgibt.

Weiße Zwerge bilden das Endstadium der Existenz kleinerer, sonnenähnlicher Sterne. Während sich große Sterne etwa mit dem Zehnfachen der Sonnenmasse an ihrem Lebensende mit einer eindrucksvollen Supernova-Explosion verabschieden, bleiben kleinere Sterne von einem solch dramatischen Schicksal verschont: Wenn sonnenähnliche Sterne das Ende ihres Lebens erreicht haben, brauchen sie ihren letzten Brennstoff auf, blähen sich zu einem Roten Riesen auf und schleudern ihre äußeren Schichten ins All. Ãœbrig bleibt nur der sehr dichte Kern des früheren Sterns – der Weiße Zwerg.

Bei der Untersuchung des Weißen Zwergsterns J1228+104 im Sternbild Jungfrau konnte das Astronomenteam nun erstmals die Struktur der ihn umgebenden leuchtenden, gasförmigen Asteroiden-Überreste genau kartieren. "Das Bild, das wir aus den bearbeiteten Daten gewonnen haben, zeigt uns, dass das System wirklich scheibenartig geformt ist und viele Strukturen offenbart, die man nicht in einer einzigen Momentaufnahme nachweisen könnte", erläuterte der Doktorand Christopher Manser von der University of Warwick in Großbritannien, der auch Erstautor eines jetzt veröffentlichten Fachartikels über die Forschungsergebnisse ist.

Stern-Ãœberreste wie der Weiße Zwerg J1228+1040 können laut ESO entscheidende Hinweise über die Umstände liefern, die beim Tod von Sternen herrschen. Dies kann demnach Astronomen beim Verständnis der Prozesse helfen, die in einem fernen Planetensystem stattfinden – und bei der Vorhersage des Schicksal unseres Sonnensystems beim Tod der Sonne in ferner Zukunft.

Source: „AFP“

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