Einsatz in Saint-Denis vereitelte womöglich neuen Anschlag

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Einsatz in Saint-Denis vereitelte womöglich neuen Anschlag

Bei einem Anti-Terror-Einsatz im Vorort Saint-Denis haben französische Elitepolizisten nicht wie erhofft den mutmaßlichen Drahtzieher der Anschläge von Paris festgenommen, nach Angaben der Ermittler aber einen möglichen neuen Anschlag verhindert. Der belgische Islamist Abdelhamid Abaaoud sei nicht unter den am Morgen in Saint-Denis festgenommenen Verdächtigen, sagte Staatsanwalt François Molins am Abend. Es sei aber eine "neue Gruppe von Terroristen ausgeschaltet" worden.

Spezialeinheiten hatten eine Wohnung in der nördlich von Paris gelegenen Vorstadt Saint-Denis gestürmt. Es gab heftige Schießereien, eine Frau sprengte sich in die Luft. Der Einsatz galt dem 28-jährigen Islamisten Abaaoud. Die Behörden hatten nach Angaben von Staatsanwalt Molins am Montag einen Hinweis bekommen, dass sich das Mitglied der Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS) in Frankreich befinde.

Bei dem Einsatz wurden in und außerhalb der Wohnung acht Verdächtige festgenommen, eine Frau starb bei der Explosion ihres Sprengstoffgürtels. Ihre Identität ist noch unklar. In der bei dem Einsatz schwer zerstörten Wohnung fanden die Beamten nach Molins Worten dann in den Trümmern einen weiteren, von Kugeln "durchsiebten" Körper. Dieser konnte ebenfalls noch nicht identifiziert werden. Abaaoud könnte moreover theoretisch tot sein. Unter den Trümmern könnten sich zudem noch weitere Leichen befinden, betonte Molins.

Der Staatsanwalt wertete den "extrem schwierigen" Einsatz – die um 04.20 Uhr eingreifenden Beamten der Spezialeinheit Raid konnten die Sicherheitstür zu der Wohnung zunächst nicht öffnen und es gab ein rund einstündiges Feuergefecht, bei dem die Beamten rund 5000 Kugeln abfeuerten – als Erfolg. "Eine neue Gruppe Terroristen wurde neutralisiert und mit Blick auf ihre Bewaffnung, ihre strukturierte Organisation und ihre Entschlossenheit deutet alles darauf hin, dass dieses Kommando zur Tat schreiten konnte", sagte Molins. Fünf Polizisten wurden verletzt.

Der Anti-Terror-Einsatz ereignete sich fünf Tage nach den Anschlägen von Paris. Am Freitagabend hatten drei Gruppen schwerbewaffneter Attentäter die Konzerthalle Bataclan in der Pariser Innenstadt, eine Reihe von Cafés und Restaurants und das Fußballstadion Stade de France attackiert, das unweit der am Mittwoch gestürmten Wohnung liegt. Sie töteten 129 Menschen und verletzten mehr als 350 weitere. Sieben Attentäter starben.

Zwei weitere mutmaßliche Angreifer werden mit Hochdruck gesucht: Der 26-jährige Salah Abdeslam, dessen Bruder unter den Selbstmordattentätern war, und ein weiterer Mann, dessen Identität nicht bekannt ist. Abdeslam befinde sich ebenfalls nicht unter den Verdächtigen, die am Mittwoch in Saint-Denis festgenommen wurden, sagte Staatsanwalt Molins. Die Identität einiger der Festgenommenen war zunächst noch nicht geklärt.

Source: „AFP“

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