Schulen öffnen in Brüssel bei höchster Terrorwarnstufe

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Schulen öffnen in Brüssel bei höchster Terrorwarnstufe

Brüssel hat trotz der angeblich anhaltenden Terrorgefahr mit der Wiederöffnung von Schulen und U-Bahnen einen Schritt in Richtung Normalität getan. Unter dem massiven Schutz von Polizei und Militär in der belgischen Hauptstadt fuhren Kinder zum Unterricht, Studenten zur Universität und Angestellte zur Arbeit. Nach einer Entscheidung der Regierung zu Wochenbeginn gilt weiterhin und zunächst bis kommenden Montag Terrorwarnstufe vier.

Für den Schutz der Schulen sind nach Angaben des Innenministeriums rund 300 Polizisten und für das U-Bahn-Netz etwa 200 Soldaten abgestellt. Die U-Bahnen fahren wieder. Allerdings wurde der Verkehr nicht in vollem Umfang wieder aufgenommen und soll früher als normal enden. Auch auf den Straßen ist wieder mehr Verkehr als an den Tagen zuvor.

Die Brüsseler Stadtverwaltung will öffentliche Veranstaltungsorte und Kulturzentren ebenfalls wieder öffnen. Verschiedene große Museen sollen jedoch geschlossen bleiben. Mehrere Warenhäuser und Einkaufsgalerien öffneten erneut ihre Pforten.

"Ich hatte entschieden, meine Kinder heute morgen nicht in die Schule zu bringen, aber spät, gestern Abend beim Essen, habe ich meine Meinung geändert. Das Leben geht weiter", sagte ein 47 Jahre alter Familienvater, der seine beiden Söhne zum Unterricht brachte. Ein Sohn habe zwar gesagt, "dass er nicht auf sich schießen lassen will", räumte der Vater ein. "Aber ich habe ihm gesagt, dass es Soldaten gibt, um ihn zu schützen, dass das nicht passieren würde."

"Zum Glück dauert der Unterricht heute nur bis 13 Uhr", freute sich der 14-jährige Marc, der mit dem Bus zur Schule fuhr. Wie die anderen Schulpflichtigen hatte er am Montag und Dienstag zwei Tage unterrichtsfrei gehabt.

Die Mutter eines Vorschulkindes im Stadtteil Haren erzählte, sie hätte ihre Tochter gerne bis in die Klasse begleitet, durfte aber wie die anderen Eltern nicht bis hinein. "Offizielle Vorschrift", hielt ihr der Direktor entgegen.

"Wir sind überhaupt nicht beruhigt", sagten Karol und Candice, Eltern von Grundschülern an der französischen Schule in Brüssel, die von Soldaten gesichert wurde. Die beiden fragten sich, warum die Schulen überhaupt schon wieder öffneten, obwohl die höchste Terrorwarnstufe weiter gilt.

Die belgische Regierung unter Charles Michel hatte in der Nacht zum Samstag die höchste von vier Terrorwarnstufen ausgerufen. Anlass war die Sorge vor ähnlichen Anschlägen militanter Extremisten wie gut eine Woche zuvor in Paris, als 130 Menschen getötet wurden. Insbesondere fahndet die Polizei nach einem möglichen Mittäter von Paris, Salah Abdeslam, der aus Belgien kommt und dorthin zurückgekehrt sein soll.

Source: „AFP“

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