Überlebender Pilot: Kein Warnung der Türken vor Abschuss

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Überlebender Pilot: Kein Warnung der Türken vor Abschuss

Der am Dienstag von der türkischen Luftwaffe abgeschossene russische Kampfjet ist nach Angaben des überlebenden Piloten nicht in türkischen Luftraum eingedrungen. Er könne "dies vollständig ausschließen, sogar für eine Sekunde", sagte Konstantin Murachtin in einem von mehreren Fernsehsendern gezeigten Beitrag. Darin ist der Pilot von hinten gefilmt und daher nicht zu erkennen. Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan setzte unterdessen auf Entspannung. In Moskau versammelten sich aufgebrachte Demonstranten vor der türkischen Botschaft und schlugen vor den Augen der russischen Polizei Fenster ein.

Nach seinen Worten wurden die Piloten vor dem Abschuss auch nicht gewarnt: "Es gab keinerlei Warnung, keinen Austausch über Funk, keinen Sichtkontakt, überhaupt keinen Kontakt."

Der Abschuss der Su-24 im türkisch-syrischen Grenzgebiet hatte zu erheblichen Spannungen zwischen Moskau und Ankara geführt. Nach Darstellung der türkischen Luftwaffe wurden die Piloten des russischen Kampfjets mehrfach gewarnt, weil sie in türkischen Luftraum eingedrungen seien. Nach Moskauer Darstellung war der Bomber über syrischem Territorium.

"Wenn sie uns hätten warnen wollen, hätten sie neben uns herfliegen können", sagte der Pilot in dem Fernsehinterview. "Das ist nicht geschehen." Auf die Frage, ob er in türkischen Luftraum eingedrungen sei, antwortete er, er könne "dies vollständig ausschließen, sogar für eine Sekunde". Er habe die Grenze am Boden klar vom Flugzeug aus erkennen können.

Seine Maschine sei am Heck getroffen worden, als sie zu auf dem Rückweg zum Luftwaffenstützpunkt Hmeimim im Nordwesten Syriens gewesen sei, sagte Murachtin. Er und der zweite Pilot konnten sich zwar über den Schleudersitz retten. Doch der zweite Pilot wurde nach russischen Militärangaben am Boden beschossen und getötet. Nur Murachtin konnte gerettet werden.

"Wir haben nicht die Absicht, diesen Zwischenfall hochzuspielen", sagte Erdogan. Deutlicher noch als Präsident Erdogan sagte Ministerpräsident Ahmet Davutoglu, die Beziehungen zu "unserem Freund" Russland sollten nicht gefährdet werden. Nach dem Abschuss des Kampfflugzeugs vom Typ F-16 hatte der russische Außenminister Sergej Lawrow eine Türkei-Reise abgesagt, Präsident Wladimir Putin rief die russische Bevölkerung auf, nicht mehr in die Türkei zu reisen. Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) setzte sich für Entspannung ein. Sie habe Davutoglu gebeten, "alles zu tun, um die Situation zu deeskalieren", sagte Merkel im Bundestag.

Zum Zeitpunkt des Abschusses waren zwei russische Flugzeuge gemeinsam unterwegs. Sie flogen nach Angaben des türkischen Botschafters bei der UNO, Halit Cevik, gut zwei Kilometer in den türkischen Luftraum hinein und hielten sich dort 17 Sekunden auf. Ein US-Militärvertreter bestätigte dies; es sei aber unklar, ob die türkische Luftwaffe während der Luftraumverletzung geschossen habe oder erst, als die russischen Maschinen wieder über Syrien waren.

An der Kundgebung vor der türkischen Botschaft in Moskau beteiligten sich mehrere hundert Demonstranten, zumeist Männer zwischen 20 und 30 Jahren, wie ein Fotograf der Nachrichtenagentur AFP beobachtete.

Die Demonstranten riefen Slogans gegen Erdogan. Sie schleuderten Eier und Steine auf das Botschaftsgebäude. Auf einem Spruchband stand: "Die Türkei wird kein Gas bekommen." Die Polizei forderte die Demonstranten zwar auf, den Protest abzubrechen, schritt aber zunächst nicht ein.

Source: „AFP“

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