Bezos gelingt erstmals Landung von Trägerrakete

Wissen 0
Bezos gelingt erstmals Landung von Trägerrakete

Im Wettlauf um die ersten privaten Touristenflüge ins All ist Amazon-Gründer Jeff Bezos und seiner Firma Blue Origin ein Riesensprung nach vorne gelungen: Zum ersten Mal gelang es ihnen am Dienstag, eine wiederverwendbare Trägerrakete über die Weltraumgrenze von hundert Kilometern über der Erde zu schießen – und wieder landen zu lassen. "Das seltenste Tier: eine genutzte Rakete. Kontrollierte Landung nicht leicht, aber richtig gemacht", twitterte Bezos und stellte ein Video ins Internet.

Die Rakete "New Shepard" war im US-Bundesstaat Texas gestartet, hatte in 101 Kilometern Höhe die magische Grenze geknackt und war danach wieder sanft gelandet – per Autopilot. Die "New Shepard" kann eine Raumkapsel mit Platz für sechs Menschen ins All bringen, die an Fallschirmen zurück zur Erde schwebt. Wann tatsächlich die ersten Touristen in die Schwerelosigkeit starten sollen, ist noch offen.

Die gelungene Landung der wieder nutzbaren Trägerrakete markiere aber einen Wendepunkt, sagte Bezos dem US-Sender CBS, denn "es verändert die Kostenstruktur für Reisen ins All vollständig". "Unsere Vision ist es, dass Millionen Menschen im All leben und arbeiten und das Sonnensystem erforschen." Die Wiederverwendbarkeit der Raumfahrzeuge sei dafür entscheidend.

Dass die "New Shepard" per Autopilot gesteuert werde, erleichtere die weitere Entwicklung. "Wir müssen keine Piloten in Gefahr bringen", sagte Bezos. Erst, wenn er absolutes Vertrauen in das Gefährt habe, würden die ersten Menschen ins All befördert. Was das Abenteuer schließlich kosten werde, könne er noch nicht sagen.

Bezos' Konkurrent Elon Musk von der Firma SpaceX gratulierte auf dem Kurznachrichtendienst Twitter zum Erfolg. Der ebenfalls private Anbieter SpaceX erlitt schon zahlreiche kostspielige Fehlschläge beim Versuch, seine Trägerrakete "Falcon 9" wieder auf einer Plattform im Meer aufsetzen zu lassen.

Musk verwies allerdings auf den Unterschied zwischen "suborbitalen" Flügen zur Weltraumgrenze und zurück und "echten" Reisen ins All, bei denen die Raumfahrzeuge um die Erde kreisen. Für eine "echte" Weltraummission sei eine höhere Geschwindigkeit nötig als die von der "New Shepard" erreichte.

Musk und Bezos liefern sich einen packenden Wettlauf darum, welches Privatunternehmen zuerst Touristen zum Vergnügen in die Schwerelosigkeit befördern kann. Den ersten Privatflug ins All schaffte am 21. Juni das "SpaceShipOne", es überschritt die Hundert-Kilometer-Marke knapp, an Bord war der Astronaut und Pilot Michael Melvill.

Source: „AFP“

About the author / 

News724.com

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.