iPad Pro im Test: Vom Tablet, das ein Laptop sein wollte

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iPad Pro im Test: Vom Tablet, das ein Laptop sein wollte

"Das iPad Pro ist für viele, viele Menschen ein Ersatz für Notebook oder Desktop-PC", erklärte Apple-Chef Tim Cook vor knapp zwei Wochen gegenüber dem britischen "Telegraph". Außerdem fragte er, warum man sich denn heute überhaupt noch einen PC kaufen sollte. Bei einem Preis von mindestens 899 Euro – oder bis zu 1.229 Euro für eine "Wi-Fi + Cellular"-Variante – dürfte so mancher Nutzer tatsächlich stark ins Grübeln kommen, da der hohe Preis es nicht bei jedem zulassen dürfte, sich sowohl Laptop als auch Tablet anzuschaffen. Wie gut schlägt sich das iPad Pro moreover im Test?

"Dünn. Leicht. Gigantisch."

Auf seiner Homepage präsentiert Apple das iPad Pro mit den Worten: "Dünn. Leicht. Gigantisch." Zumindest bei zwei Punkten hat das Unternehmen definitiv recht. Das kürzlich erst erschienene Tablet wirkt sehr gut verbaut und robust – und das, obwohl es gerade einmal 6,9 Millimeter dick ist. Das 12,9-Zoll-Retina-Display könnte dank seiner Größe auch ein Laptop-Screen sein. Als "leicht" kann man das Gerät wirklich nur im Vergleich zu vielen Laptops bezeichnen, denn mit seinen knapp 713 Gramm wiegt es nahezu genauso viel wie das kleine iPad mini 4 und das iPad Air 2 zusammen.

Wegen seiner Größe (305,7mm x 220,6mm x 6,9mm) und seines Gewichtes wird das iPad Pro nach einer Weile etwas unkomfortabel. Auch an eine Bedienung mit beiden Händen, zum Beispiel zum schnellen Abtippen eines Textes, ist nicht zu denken, solange das Gerät nicht auf den Schenkeln des Nutzers oder auf einem Tisch ruht. Und nebenbei ein eBook zu lesen gestaltet sich bei einem iPad mini, das dank seiner Maße nicht von ungefähr an viele eBook-Reader erinnert, schon sehr viel angenehmer.

Was für ein Wumms!

Der erste Hingucker des wie immer intuitiv in wenigen Minuten eingerichteten und leicht zu bedienenden neuen iPad Pro ist neben seinem wie erwartet schlank-schicken Design das frische Display. 2732 x 2048 Pixel bietet der helle Bildschirm, der mit knackig dargestellten Farben punktet. Selten hat es daher auf einem Tablet so viel Spaß gemacht, sich High-Definition-Filme anzusehen oder ein grafisch aufwendigeres Game zu zocken. Dafür ist aber auch ein tatsächlich komplett neues Sound-Erlebnis verantwortlich.

Vier Lautsprecher – zwei an der Unter- und zwei an der Oberseite des Gerätes – sorgen für eine volle Klangkulisse, wie man sie von einem Tablet oder auch von einem Laptop nicht erwarten würde. Natürlich halten die Speaker nicht mit hochwertigen Hi-Fi-Systemen mit, doch tatsächlicher Filmgenuss entsteht nun auch ohne Kopfhörer oder zusätzliche Bluetooth-Boxen. Und je nachdem wie herum man das Tablet hält, passt sich auch die entsprechende Sound-Ausgabe an. Für Reisende ist das fabelhaft, können sie doch zum Beispiel abends im Hotel die neuesten Filme und Serien richtig genießen.

Im Inneren des iPad Pro befindet sich ein A9X-Chip mit 64-Bit-Architektur, der laut Apple über gut die doppelte Rechenleistung wie der Prozessor des iPad Air 2 verfügen soll – auch die Grafikleistung wurde demnach in etwa verdoppelt. Außerdem besitzt das Gerät vier Gigabyte Arbeitsspeicher, was sich alles in allem bemerkbar macht. Flüssig und schnell gestaltet sich die Navigation durch System und Apps. Auch die Multitasking-Funktionen wie "Split View" – moreover die Nutzung zweier Programme nebeneinander – bewähren sich. Die Akkulaufzeit soll laut Hersteller bei Mischnutzung (E-Mail, Video, Audio) rund zehn Stunden betragen. Wer viele Videos schaut oder Spiele nutzt, der erreicht diesen Wert aber nicht.

Der Stift ist mächtiger als der Finger

Zusätzlich zum iPad Pro mit 32 Gigabyte (899 Euro) oder 128 Gigabyte Speicherplatz (bis 1.299 Euro) bietet das Unternehmen auch den neuen Apple Pencil an, der weitere 109 Euro kostet. Der Stift wird nach dem erstmaligen Auspacken in nur wenigen Sekunden mit dem Tablet gekoppelt, indem man ihn mit seinem oberen Ende in den Lightning-Anschluss des iPad Pro steckt.

Bereits nach wenigen Minuten der Nutzung zeigt sich, dass der Stylus dank hoher Präzision ein mächtiges Tool für Kreativschaffende sein kann. Je nach Druckstärke lassen sich so unterschiedlich dicke Linien zeichnen oder gar Bereiche schraffieren, wenn man den Pencil seitlich hält. Das fühlt sich tatsächlich ähnlich an, wie wenn man einen Bleistift und ein Blatt Papier vor sich liegen hat. Für 179 Euro können Nutzer zudem das neue Smart Keyboard hinzukaufen, das einfach angeheftet wird und zusammengeklappt auch als Cover für das Tablet fungiert.

Fazit

Eine Revolution, ein Laptop- und Desktop-Killer, wird das sehr gute Tablet vermutlich nicht sein. PC-Gamer werden weiterhin Maus und Tastatur vermissen, der Workflow für Bildschirmarbeiter dürfte mit einem herkömmlichen Setup schneller sein und selbst die für ein Tablet beeindruckende Performance wird im Gebrauch mit spezialisierten Anwendungen nicht immer ausreichen.

Trotz des reichhaltigen Angebots im Appstore werden viele Nutzer zudem nicht auf liebgewonnene Programme aus der Windows- oder Mac-Welt verzichten wollen – falls es überhaupt entsprechende Alternativen gibt. Wer sich ein iPad Pro zulegt, erhält aber ohne Zweifel ein tolles Gerät.

Foto(s): Apple

Source: „https://s.yimg.com/bt/api/res/1.2/Vf5mEUpuKAEoqCzh6w6g7w–/YXBwaWQ9eW5ld3NfbGVnbztjaD01NjI7Y3I9MTtjdz0xMDAwO2R4PTA7ZHk9MDtmaT11bGNyb3A7aD0zNTU7cT03NTt3PTYzMA–/http://media.zenfs.com/de-DE/homerun/spotonnews.de.com/d52cf90d0ab823a8227e2b8bb5f015bc“

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