Von der Leyen sieht Einsatzfähigkeit der Tornados gewahrt

Inland 0
Von der Leyen sieht Einsatzfähigkeit der Tornados gewahrt

Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) sieht die Einsatzfähigkeit der Tornados für den Einsatz in Syrien gewahrt. Es seien 30 Tornados einsatzbereit, davon würden sechs für die Aufklärungsflüge in Syrien gebraucht, sagte von der Leyen im ARD-"Morgenmagazin". Damit bestehe ein "breiter Spielraum". Laut einem Bericht der Bundeswehr zur Einsatzbereitschaft der Hauptwaffensysteme standen der Luftwaffe im vergangenen Jahr 66 Tornados zur Verfügung, von denen im Schnitte nur 29 einsatzbereit waren.

Der SPD-Verteidigungsexperte Rainer Arnold sieht die Einsatzfähigkeit der Tornados aber ebenfalls gewahrt. Er sagte dem SWR, die Luftwaffe sei mit Ausnahme der Hubschrauber durchaus einsatzfähig und verfüge über 30 Recce-Tornados. Da sei es "überhaupt kein Problem, sechs in den Einsatz zu bringen". Der ehemalige Generalinspekteur der Bundeswehr, Harald Kujat, äußerte dagegen Kritik am Zustand der Ausrüstung der Bundeswehr. Dafür seien auch die aktuellen Berichte über nicht einsatzbereite Tornado-Kampfjets ein Beleg, sagte Kujat dem rbb-Inforadio.

Von der Leyen betonte im ARD-"Morgenmagazin", Deutschland leiste einen wichtigen Beitrag zu dem Militäreinsatz gegen die Dschihadistenmiliz Islamischer Staat (IS). Betankungsflugzeuge, Aufklärungssatelliten und Tornados seien Fähigkeiten, die "auf der Welt so schnell nicht wieder zu finden" seien. Es sei "ein gefährlicher Einsatz", sagte von der Leyen. Er werde aber "entschlossen auf den Weg" gebracht, "weil wir wissen, der Terror muss an seiner Wurzel bekämpft werden, sonst kommt er zu uns", sagte die Verteidigungsministerin.

Die Bundesregierung hatte nach den islamistischen Anschlägen von Paris auf Bitten Frankreichs Unterstützung im Kampf gegen die IS-Miliz zugesagt. Am Dienstag beschloss das Kabinett die Entsendung von Aufklärungsflugzeugen sowie einer Fregatte zum Schutz des französischen Flugzeugträgers "Charles de Gaulle". Zudem sollen Flugzeuge für die Luftbetankung und Aufklärungssatelliten zum Einsatz kommen. Der Bundestag berät am Mittwoch über den Einsatz, der zunächst bis Ende 2016 laufen soll.

Dem Bericht zur Einsatzbereitschaft zufolge hat die Bundeswehr auch ein Jahr Jahr nach dem Bekanntwerden schwerer Materialmängel weiter Probleme mit vielen ihrer Geräte. In dem Papier werden vor allem bei Fluggeräten von Luftwaffe und Marine weiterhin zahlreiche Mängel geschildert. Hauptgrund für die Ausrüstungsdefizite ist laut dem Bericht meist ein Mangel an Ersatzteilen und Wartungspersonal.

Im vergangenen Jahr eingesetzte Kommissionen stellten in dem Bericht beispielsweise für die Kampfflugzeuge "Eurofighter" und "Tornado" fest, dass von den zur Verfügung stehenden Jets nur jeweils etwa die Hälfte einsatzbereit sei. Von den Transportflugzeugen "Transall" wurden immerhin 57 Prozent als einsatzbereit beschrieben, allerdings befinde sich das Modell "am Ende seiner Nutzungsdauer". Wegen Auslieferungsproblemen beim Nachfolger A400M müssten die Maschinen jedoch länger als vorgesehen benutzt werden. Der "Verschleiß" beim Luftabwehrsystem "Patriot" sei zudem durch seinen "Dauereinsatz in der Türkei" hoch.

Weiterhin stellten die Sachverständigen der Truppe fest, dass die Probleme mit Rissen im Heck des Marine-Hubschraubers "Sea Lynx" immer noch bestünden. Die Ausstattung liege hier ebenso wie beim Hubschrauber "Sea King" "unterhalb des operativ erforderlichen Minimalbedarfs", hieß es. Ebenso stellten die Experten gravierende Mängel bei den Hubschraubern NH90 und "Tiger" des Heeres fest. Von je 23 Maschinen seien hier wegen mangelnder Ersatzteile und fehlender Mechaniker nur fünf beziehungsweise sechs Stück einsatzreif und eine verlässliche Ausbildungs- und Übungsnutzung nicht möglich.

Agnieszka Brugger, Verteidigungspolitikerin der Grünen, bezeichnete die Materialprobleme bei der Bundeswehr als "völlig ungelöst". Wenn bei einigen Hubschraubermodellen weiterhin nur ein Fünftel des Bestandes genutzt werden könne, müsse Bundesverteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) endlich einen Fahrplan zur Lösung der Engpässe bei Ersatzteilen vorlegen. Dies sei wichtiger, als "mit immer mehr teuren und sicherheitspolitisch fragwürdigen Risikorüstungsprojekten das Chaos noch weiter zu verschärfen", sagte Brugger.

Source: „AFP“

About the author / 

News724.com

Leave a reply

Your email address will not be published. Required fields are marked *

Kommentare werden moderiert. Es kann etwas dauern, bis dein Kommentar angezeigt wird.