Zentralrat der Juden und Kultusminister für Unterrichts-Empfehlung

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Zentralrat der Juden und Kultusminister für Unterrichts-Empfehlung

Der Zentralrat der Juden in Deutschland und die Kultusministerkonferenz (KMK) wollen eine gemeinsame Empfehlung für eine bessere Vermittlung jüdischer Geschichte, Kultur und Religion im Schulunterricht erarbeiten. Die Einsetzung einer entsprechenden Arbeitsgruppe beschlossen Spitzenvertreter beider Institutionen am Donnerstag in Berlin, wie der Zentralrat der Juden und die KMK mitteilten. Die Empfehlung soll bis Ende nächsten Jahres vorliegen.

Die KMK-Präsidentin und sächsische Staatsministerin Brunhild Kurth (CDU) verwies darauf, dass es 70 Jahre nach dem Ende der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wieder eine wachsende Zahl jüdischer Gemeinden in Deutschland gebe. Die KMK messe dem Verhältnis zwischen Nichtjuden und Juden in Deutschland sowie dem deutsch-israelischen Verhältnis große Bedeutung bei. Kurth äußerte sich erfreut über die nun verabredete Empfehlung, welche "die deutsch-jüdische Geschichte insgesamt und das Judentum in den Blick" nehme.

Der Präsident des Zentralrats der Juden, Josef Schuster, erinnerte daran, dass es jüdisches Leben seit vielen Jahrhunderten in Deutschland gebe. Das Judentum sei jedoch mehr als eine Verfolgungs- und Opfergeschichte. "Leider wird es in deutschen Geschichtsbüchern häufig auf diese Aspekte reduziert und klischeehaft dargestellt", bedauerte Schuster. Informationsmaterialien, die ein authentisches Bild des Judentums vermitteln könnten, seien kaum erhältlich.

Schuster fügte hinzu, nicht nur die Besuche in KZ-Gedenkstätten, sondern auch deren angemessene Vor- und Nachbereitung einen "hohen Stellenwert" haben müssten. "Uns ist wichtig, dass das Judentum im Schulunterricht in seiner Gesamtheit dargestellt wird."

Source: „AFP“

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