Laut Greenpeace hohe Stickoxidwerte in Berliner Luft

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Laut Greenpeace hohe Stickoxidwerte in Berliner Luft

In Berlin wird die Schwelle gesundheitsgefährdender Stickoxidwerte (NO2) in der Luft laut einer Studie regelmäßig und zum Teil deutlich überschritten. Der am Freitag veröffentlichten Untersuchung der Umweltschutzorganisation Greenpeace und der Universität Heidelberg zufolge lag die Belastung an 18 von 41 Messstationen über dem derzeit gültigen Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm Stickoxid pro Kubikmeter Luft.

Nach Angaben von Greenpeace verursachen oder verschlimmern zu hohe NO2-Werte Atemwegserkrankungen und können zu einem vorzeitigen Tod führen. Während die 60 Berliner Messstationen nur die Werte im öffentlichen Raum aufzeichnen, untersuchte Greenpeace auch die Stickoxid-Belastung in geschlossenen Räumen.

Dazu wurden an den 41 Messstationen Stichproben genommen und auf ein Jahr hochgerechnet. Im Bezirk Mitte wurde so in einer Wohnung eine jährliche Belastung von rund 60 Mikrogramm Stickoxid ermittelt. In einem Klassenzimmer lag der Wert bei immerhin 19 Mikrogramm.

"Durch das Belüften der Innenräume ist die Belastung dort stärker und dauerhafter als allgemein angenommen", sagte der Greenpeace-Verkehrsexperte Daniel Moser. Zudem hält die Weltgesundheitsorganisation (WHO) bereits den gültigen Jahresgrenzwert von 40 Mikrogramm nach Greenpeace-Angaben für deutlich zu hoch.

Größte Emittenten des giftigen Gases sind Dieselverbrennungsmotoren, deren Anteil am Pkw-Verkehr in den vergangenen Jahren zugenommen hat. "Für Dieselmotoren gelten höhere NO2-Grenzwerte und selbst die werden im Alltag durchschnittlich um das sechs- bis siebenfache überschritten", sagte der Greenpeace-Verkehrsexperte Daniel Moser.

In Hamburg stellte Greenpeace am Freitag ein Maßnahmenpaket vor, das mit dem Stadtentwicklungsbüro Urbanista entwickelt wurde. Das Programm "Im Kern gesund" gibt Handlungsempfehlungen für eine Reduzierung der Stickoxidwerte in den Städten. Hierzu zählt der schrittweise Abbau des innerstädtischen Autoverkehrs, der Ausbau von Fußgängerzonen und die Förderung der Elektromobilität einschließlich sogenannter E-Bikes – Fahrrädern mit Elektromotor.

Als Beleg verweisen die Autoren auf Städte wie Oslo oder London, wo durch eine Reduzierung des Pkw-Verkehrs bereits deutliche Luftverbesserungen erzielt worden seien.

Source: „AFP“

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