Chodorkowski in Russland wegen Mordfalls aus dem Jahr 1998 beschuldigt

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Chodorkowski in Russland wegen Mordfalls aus dem Jahr 1998 beschuldigt

Die russische Justiz will den im Exil lebenden Kreml-Kritiker Michail Chodorkowski wegen eines Mordfalls aus dem Jahr 1998 anklagen. Der einst reichste Mann Russlands werde beschuldigt, den Mord an einem Bürgermeister in Sibirien "organisiert" zu haben, teilte das Ermittlungskomitee in Moskau mit. Auch ein internationaler Haftbefehl gegen Chodorkowski soll beantragt werden. Dieser kritisierte das Verfahren als "politisch motiviert".

Die geplante Anklage stütze sich auf neue Erkenntnisse der Ermittler, teilte das einflussreiche Komitee mit. Es gehe um den Vorwurf der "Organisation" von Mord und versuchtem Mord von mehr als zwei Menschen.

Dem ehemaligen Oligarchen Chodorkowski, der einst Chef des inzwischen zerschlagenen Ölkonzerns Yukos war und derzeit in London lebt, wird vorgeworfen, den Mord an dem Bürgermeister der sibirischen Stadt Neftejugansk in Auftrag gegeben haben, weil dieser Yukos der Steuerhinterziehung bezichtigt hatte. Auch des versuchten Mordes an einem Leibwächter des Bürgermeisters sowie eines weiteren Geschäftsmannes wird Chodorkowski bezichtigt.

Eine Sprecherin von Chodorkowski erklärte, der frühere Oligarch habe "keine Angst, dass er ausgeliefert werden könnte", wie die Nachrichtenagentur RIA Novosti berichtete. Sie hob gegenüber der Nachrichtenagentur AFP auch hervor, dass Chodorkowski nicht auf die Fragen des Ermittlungskomitees antworten werde. Er werde sich nicht "an dieser Farce" beteiligen. Die neuen Schritte der russischen Justiz nannte sie "illegal".

Chodorkowski war im Jahr 2003 in Russland festgenommen und später wegen Betrugs und Steuerhinterziehung zu jahrelanger Lagerhaft verurteilt worden. Die Prozesse wurden vom Westen als politisch motiviert kritisiert. Ende 2013, wenige Wochen vor den Olympischen Winterspielen im russischen Sotschi, wurde Chodorkowski überraschend von Russlands Präsident Wladimir Putin begnadigt.

Nachdem Chodorkowski zunächst versichert hatte, sich nicht in die Politik in Russland einmischen zu wollen, gründete er dann eine Bewegung zur Sammlung der schwachen proeuropäischen Kräfte in Russland. Der Kreml-Kritiker hatte erst am Mittwoch von London aus zu einer "Revolution" in Russland aufgerufen und Putin einen verfassungswidrigen Staatsstreich vorgeworfen.

Source: „AFP“

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